Fritz-Albert Popp – der Forscher, der dem Licht des Lebens nachging

Ein deutscher Biophysiker und eine außergewöhnliche Forschungsfrage
Manche wissenschaftlichen Fragen beginnen mit etwas, das zunächst kaum wahrnehmbar ist.
Bei Fritz-Albert Popp war es Licht.
Der deutsche Biophysiker beschäftigte sich intensiv mit der äußerst schwachen Photonenemission lebender Systeme. In den 1980er-Jahren prägten Popp und seine Kollegen den Begriff „Biophotonen“ für Photonen, die von biologischen Systemen ausgehen. Seine Arbeiten trugen wesentlich dazu bei, das internationale Interesse an diesem Forschungsgebiet neu zu beleben.
Licht aus lebenden Systemen
Heute ist gut dokumentiert, dass Zellen und Gewebe eine äußerst schwache optische Strahlung abgeben können.
Diese sogenannte ultraschwache Photonenemission, kurz UPE, steht unter anderem mit Stoffwechselprozessen und reaktiven Sauerstoffspezies in Zusammenhang.
Popp interessierte jedoch nicht nur die Frage, ob dieses Licht existiert.
Er stellte weitergehende Fragen:
Könnte die Photonenemission Informationen über den Zustand eines biologischen Systems enthalten? Könnten bestimmte Eigenschaften dieses Lichts etwas über die Organisation lebender Systeme verraten?
Popp entwickelte dazu weitreichende Hypothesen, unter anderem über die Kohärenz von Biophotonen und mögliche regulatorische Funktionen.
Und genau hier ist eine Unterscheidung wichtig.
Beobachtung und Hypothese sind nicht dasselbe
Die ultraschwache Photonenemission biologischer Systeme ist messbar.
Popps weitergehende Vorstellungen über ihre Kohärenz und ihre mögliche Rolle in der biologischen Kommunikation sind dagegen nicht in gleichem Maße wissenschaftlich gesichert. Eine aktuelle wissenschaftliche Übersicht beschreibt seine Arbeit als sehr einflussreich, weist aber zugleich darauf hin, dass seine umfassenderen Vorstellungen bislang nicht vollständig experimentell bestätigt wurden.
Das schmälert die Bedeutung seiner Fragen nicht.
Im Gegenteil: Wissenschaft entwickelt sich häufig dadurch, dass Menschen Phänomene untersuchen, deren Bedeutung zunächst noch unklar ist.
Warum Popp für uns interessant ist
Für das Ratsam Bildungswerk ist Popp deshalb eine wichtige Persönlichkeit.
Nicht, weil wir jede seiner Hypothesen als bewiesene Tatsache betrachten.
Sondern weil seine Arbeit einen Blick auf etwas lenkte, das hervorragend zu unserer zentralen Fragestellung passt:
Welche Rolle spielt Licht in lebenden Systemen?
Genau an dieser Stelle beginnt auch unsere Beschäftigung mit Biophotonik und Lichtpunktur.
Wir verbinden dabei nicht einfach unterschiedliche Theorien miteinander. Wir möchten verstehen, unterscheiden und neugierig bleiben.
Forschung beginnt mit Fragen
Vielleicht ist das eine der schönsten Seiten der Wissenschaft.
Eine Messung liefert nicht immer sofort eine Antwort.
Manchmal liefert sie zunächst eine bessere Frage.
Fritz-Albert Popp gehörte zu den Forschern, die solche Fragen zum Licht lebender Systeme mit großer Beharrlichkeit gestellt haben.
Und manche davon beschäftigen die Forschung bis heute.




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