Was sind Biophotonen eigentlich?
- Robin Decker
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wenn lebende Systeme Licht abgeben
Licht verbinden wir normalerweise mit der Sonne, einer Kerze oder einer Lampe. Doch auch dort, wo wir mit unseren Augen kein Leuchten erkennen können, kann Licht messbar sein.
Lebende biologische Systeme geben eine äußerst schwache Strahlung im optischen Bereich ab. In der Forschung wird dafür unter anderem der Begriff ultraschwache Photonenemission verwendet. Im deutschsprachigen Raum ist in diesem Zusammenhang auch der Begriff Biophotonen bekannt geworden.
Doch was steckt dahinter?
Ein Licht, das wir nicht sehen können
Die Photonenemission biologischer Systeme ist so schwach, dass unser Auge sie nicht wahrnehmen kann. Um sie zu untersuchen, benötigt man hochempfindliche Messgeräte und möglichst störungsarme Bedingungen.
Das Faszinierende daran: Solche schwachen Lichtemissionen wurden bei unterschiedlichen biologischen Systemen beobachtet – beispielsweise bei Pflanzen, Zellen und Gewebe.
Sie entstehen unter anderem im Zusammenhang mit biochemischen und oxidativen Prozessen im Organismus.
Das bedeutet zunächst einmal etwas sehr Nüchternes und zugleich Erstaunliches:
Leben ist nicht nur mit chemischen und elektrischen Vorgängen verbunden. Auch Lichtphänomene lassen sich messen.
Forschung mit langer Geschichte
Die Beschäftigung mit schwacher Lichtemission lebender Systeme reicht viele Jahrzehnte zurück. Im deutschsprachigen Raum wurde insbesondere der Biophysiker Fritz-Albert Popp mit seiner Forschung zu Biophotonen bekannt.
Auch international beschäftigen sich Wissenschaftler mit ultraschwacher Photonenemission und der Frage, was sie über biologische Prozesse verraten kann.
Dabei ist es wichtig, genau zu unterscheiden: Dass ultraschwache Photonenemission messbar ist, bedeutet nicht automatisch, dass jede weitergehende Erklärung über ihre biologische Funktion bereits wissenschaftlich bewiesen wäre.
Gerade offene Fragen machen Forschung spannend.
Warum interessiert uns das im Ratsam Bildungswerk?
Im Ratsam Bildungswerk beschäftigen wir uns mit zwei zunächst sehr unterschiedlich erscheinenden Wissenswelten.
Auf der einen Seite steht das jahrtausendealte Erfahrungswissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) mit Meridianen und definierten Punkten am Körper.
Auf der anderen Seite steht die moderne Beschäftigung mit Licht und biologischen Systemen.
In der Lichtpunktur begegnen sich diese beiden Perspektiven praktisch: Bestimmte aus der TCM bekannte Punkte werden nicht mit einer Nadel, sondern mit Licht angesprochen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Biophotonenforschung und Meridianlehre wissenschaftlich dasselbe wären. Einen solchen Zusammenhang kann man nicht einfach voraussetzen.
Wir finden vielmehr die Frage interessant:
Was geschieht, wenn altes Punktwissen und die Möglichkeiten des Lichts miteinander in Beziehung gebracht werden?
Dieser Frage widmen wir uns in unserer Arbeit und Ausbildung.
Licht als Einladung zum Weiterdenken
Biophotonen eröffnen einen faszinierenden Blick auf lebende Systeme. Sie erinnern uns daran, dass längst nicht alles, was biologisch geschieht, für unsere Sinne unmittelbar wahrnehmbar sein muss.
In den kommenden Beiträgen unserer Reihe schauen wir deshalb genauer hin: Was sind Meridiane? Was bedeutet Lichtpunktur? Wie lässt sich die schwache Lichtemission lebender Systeme überhaupt messen? Und welche Rolle spielte Fritz-Albert Popp in der Biophotonenforschung?
Denn manchmal beginnt eine spannende Entdeckung genau dort, wo unser Auge nichts mehr sieht.

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